Reisebericht: Heimflug der Legacy aus Magnitogorsk

Neuigkeiten rund um unsere exklusive Private Line gibt es hier.

Reisebericht: Heimflug der Legacy aus Magnitogorsk

Beitragvon GEW2545-Olaf » 25. Jun 2014 19:15

Die "Kleine" kommt nach Hause...

Der Auftrag:
Überführung der Legacy von Magnitogorsk (USCM) nach München (EDDM)

Nachdem unsere Legacy nun schon einige Zeit im Hangar von Magnitogorsk gestanden hat, wurde ich beauftrag die "Kleine" nach München zurück zu holen.
Am Samstag den 14. Juni 2014 startete ich mit meinem Co-Pilot Chris Lucassen (GEW2580) von München aus in Richtung Magnitogorsk (Russland/Südural). Mit einem Airbus A320 der Aeroflot ging es nachts um 23:20 Uhr in Richtung Moskau. In Moskau sind die Uhren zwei Stunden weiter als in München.
Am 16. Juni um 00:50 Uhr starteten wir dann unseren Weiterflug nach Magnitogorsk. Diesmal ging es in einer Sukhoi Superjet 100 an den Start. Ankunft in Magnitogorsk war um 05:05 Uhr Ortszeit. Wieder mussten wir unsere Uhren umstellen, den zu Moskau ist die Ortszeit von Magnitogorsk noch einmal zwei Stunden weiter.
Vom Flughafen aus sind es etwas mehr als 10 Kilometer bis zur Stadt am magnetischen Berg, was Magnitogorsk wörtlich übersetzt bedeutet. Dort suchten wir uns ein kleines Hotel in der Stadt und hatten nun Zeit uns zunächst einmal richtig auszuruhen.

Bild
Magnitogorsk

Magnitogorsk entstand 1929 im Rahmen des ersten Fünfjahresplans und wurde als Industrie- und Arbeiterstadt gegründet. Die Stadt liegt zu beiden Ufern des Flusses Ural. Rein von der geografischen Lage her ist Magnitogorsk eine besondere Stadt, denn laut der verbreitetesten Definition der innereurasischen Grenze liegt der Westteil der Stadt in Europa und der Ostteil in Asien. Mit ca. 400 000 Einwohner zählt Magnitogorsk nicht gerade zu den kleinsten Städten im Südural.

Bild
unsere Olga

Da wir beide der Russische Sprache nicht mächtig sind, haben wir uns eine kundige Stadtführerin besorgt, was sich als sehr positiv erwies. Olga Pulowska, 25 Jahre jung und wirklich ansehnlich, zeigte uns in den folgenden Tagen einige wunderschöne Ecken von Magnitogorsk und versorgte uns mit Informationen über Land und Leute.

Bild
Ostufer von Magnetogorsk mit Stahlwerken


Hauptwirtschaftszweig von Magnitogorsk ist die weltgrößte Eisen- und Stahlproduktion, die am Ostufer der Stadt angesiedelt ist. So eine große Stahlindustrie hat natürlich nicht nur positive Seiten für die Stadt sondern auch gravierende Nachteile. Ein ständiger Rauch hängt in der Luft, der teilweise unerträglichen nach Schwefel (faule Eier) riecht. Viele Menschen dort sehen blass und krank aus, da durch die Stahlproduktion Unmengen von Blei und Schwefel in die Luft geblasen werden. Viele Menschen leiden gesundheitlich daran.
Ich habe mich ehrlich gesagt nicht wirklich mit diesen Geruch anfreunden können und war froh, das wir am Sonntag den 22. Juni endlich unseren Heimflug antreten konnten.

Bild
Usere "Kleine" auf dem Abstellplatz des Flughafens Magnetogorsk (USCM)


Rein Augenscheinlich ist die Legacy im Top Zustand gewesen, als wir sie aus dem Hangar heraus holten. Gemeinsam checkten wir die Maschine außen und innen durch, um dann um 08:45 (Ortszeit) in Magnitogorsk an den Startpunkt der Piste 01 zu taxeln. 5 Minuten später waren wir "airborne" und stiegen dann bis FL340 auf, um mit Westkurs und Mach 0.76 Richtung Heimat zu gelangen. Leider war die Wolkendecke unter uns geschlossen, sodass wir von der Landschaft unter uns kaum etwas mitbekommen haben. Auf der kompletten Strecke hatten wir fast immer Gegenwind mit einer Stärke von knapp 50kt. Die Legacy zeigt keinerlei Störungen und so konnten Chriss und ich die mitgebrachten Sandwiches, welche Olga uns noch netterweise mitgab, unterwegs verputzen. Das war schon irgendwie ein komisches Gefühl, als wir dabei an so manche Delikatesse dachten, die sonst für gewöhnlich bei den VIP-Reisen gereicht werden.
Nach knapp 4,5 Stunden befanden wir uns dann auf den Anflug zur 26R und landeten um 09:37 Ortszeit in München. Insgesamt verlief der Flug ohne Probleme jeglicher Art.

Bild
Wieder daheim in München


Die Legacy schnurrte wie eine Nähmaschine im Turbogang und machte uns beiden richtig Freude zu fliegen.
LG Olaf Wenkebach (GEW2545)
Bild
GEW2545-Olaf
Youngster
Youngster
 
Beiträge: 35
Registriert: 27. Mär 2014 11:10

Re: Reisebericht: Heimflug der Legacy aus Magnitogorsk

Beitragvon GE-Team Heinz » 25. Jun 2014 21:58

Danke, Olaf, für den tollen und auführlichen Bericht über "eure" Reise.

Die einmaligen Flüge der Private Line bieten einem immer wieder die Möglichkeit, das Hobby auch einmal ganz ausführlich mit den Kollegen hier zu teilen.

Weiterhin viel Spaß bei der Auswahl der nächsten Routen. Es sind noch einige da. Dein Flug wurde soeben validiert, es kann also weiter gehen.

Viele Grüße
Heinz
Heinz J. Andersen
Leiter Private Line
German Airways VA
heinz.andersen@german-airways.de
Bild
Benutzeravatar
GE-Team Heinz
Starter
Starter
 
Beiträge: 76
Registriert: 09. Mär 2010 00:08
Wohnort: N52°30'23.19"E9°27'37.89"

Re: Reisebericht: Heimflug der Legacy aus Magnitogorsk

Beitragvon GEW1017Bernd » 29. Jun 2014 11:20

Toller Bericht. Vielen Dank.
(auch wenn Olga etwas zu kurz gekommen ist...)
Gruß aus München
Bernd

Bild
Benutzeravatar
GEW1017Bernd
Senior
Senior
 
Beiträge: 313
Registriert: 05. Jun 2007 08:09
Wohnort: München

Re: Reisebericht: Heimflug der Legacy aus Magnitogorsk

Beitragvon GEW2566-Udo » 02. Jul 2014 11:01

Ganz toller Bericht .. Note 1A

Schade, das die Kleine für X-Plane nicht zur verfügung steht. Habe das Netz schon durchwühlt aber nichts gefunden.


LG Udo
Bild
Benutzeravatar
GEW2566-Udo
Youngster
Youngster
 
Beiträge: 46
Registriert: 17. Mai 2014 15:51


Zurück zu Private Line

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

cron